Kurze Filme.
Lange Feiern.
Björn BetonDJ-Set
(Fettes Brot)
Exel PaulyDJ-Set
(Fettes Brot)
Mixwell DJ-Set
(Samy Deluxe)
Freez DJ-Set
(PandaParty München)
Einlass:
20:30 Uhr
Beginn:
21:00 Uhr
Eintritt:
Film+Fest 12.- Euro
Nur Fest 10.- Euro
FILMPROGRAMM#7 Zum Musikprogramm#7
Beginn: 21:00 Uhr
Def
Kurzfilm (England, 2002)
13'40''
Internationales Fantasy-Filmfest Südkorea 2003 (Bester Kurzfilm)
Granada Shortfilm Festival 2003 (Bestes Drehbuch/Beste Musik)
Kodak/BAFTA Filmwettbewerb 2002 (Finalist)
Tony ist ein Teenager mit all dem Mehr an Problemen, die man hat, wenn man aus einer dieser Wartehöllen in Bristish-Suburbia stammt...und dann ist es ihm noch nicht einmal vergönnt, all dem aufgestauten Frust seiner Plattenbauexistenz hörbar Luft zu machen. Tony ist taubstumm. Doch wenn ihm die Natur auch die Stimme versagt hat, die Sprache hat es ihm nicht verschlagen. Denn der jugendliche Underdog hat einen ganz eigenen Weg gefunden, sich wortgewaltig gegen das eigene Schicksal aufzulehnen...
Die oberflächlich stille und doch untergründig laute Milieustudie beweist dann am Ende auch einmal mehr, dass man den Beat eigentlich nicht hört...sondern spürt.
Im Netz: http://ianclarkfilms.co.uk/Ian_Clark_Director/Def.html
Regie: Ian Clark
Es gibt wahrlich wenige Städte auf dieser Welt, die deren jeweiliges Regierungsoberhaupt zwischen zwei Schlücken Champagner aus dem Pumps-Kelch ungestraft als "arm aber sexy" 'taggen' darf...aber "janz Balin is eene Wolke", ein permanentes Cloud-Computing neuer Ideen zwischen grenzgenial und völlig durch. "Trotzdem Danke" dokumentiert den "Arbeitsalltag" eines wahren Altruisten, dessen Welt eine Scheibe ist. Ungefragt und unbezahlt reinigt der latent lakonische Held Glasflächen, ganz gleich ob diese Berliner U- und S-Bahnen vor Durchzug schützen oder der Staatsmacht den Bürger gläsern machen. Als Ergebnis des kleinen Feldversuchs kommt die bundesdeutsche Hauptstadt dann alles andere als so tiefenentspannt rüber, wie das schnodderige Selbstverständnis der Spreemetropole es nahelegt...was nichts kostet, steht unter Generalverdacht...vielleicht ist es aber auch einfach so wie es sich die obersympathische Ulmer Hip Hop-Crew Kinderzimmer Productions einst so treffend zusammengereimt hat: "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint..."
Im Netz: www.stopmakingsense.de
Regie: Mischa Leinkauf, Matthias Wermke
Baader-Meinhof-Komplett
Animationsfilm (Deutschland, 2008)
2'09''
Deutsche Film- und Medienbewertung Prädikat "Besonders wertvoll"
Ja. Man darf diese Persiflage auf Stadtguerilla und Straßenkampf der RAF geschmacklos finden. Mit gleichem Recht aber darf man Bernd Eichingers mit Dolby-Surround-Donner veredelte Film-Adaption von Stefan Austs epochaler Geschichtsanalyse Der Baader-Meinhof-Komplex mit einiger Hollywut betrachten...wie schon bei Eichingers erstem Großprojekt zur deutschen Schreckensgeschichte Der Untergang von 2004, in dem der fast ununterbrochen geniale Bruno Ganz nahezu spürbar an der Verkörperung des personifizierten Schreckens zerbrach, erinnerte das werbewirksame Vorschaugeschnipsel zu Der Baader-Meinhof-Komplex deutlich mehr an Mission Impossible-Trailer als an denk-würdiges Kino. Baader-Meinhof-Komplett nimmt daher auch nicht das unbestritten wichtige Filmschaffen des viel zu früh verstorbenen Eichinger aufs Korn, sondern vielmehr das unerträgliche zweitverwertende Ausschlachten jedes auch noch so ambitionierten cinematographischen Werks. Dass die Baader-Meinhof-Gruppe keineswegs aus sexy Street-Guerilleros bestand, sondern sich vielmehr mandatsfrei als mordende Moralelite leider so gar nicht ins kollektive Gedächtnis gebrannt hat, geht dabei im Pulverdampf des Mega-Merchandise unter. "Reclaim the Streets" als Werbeclaim...wir warten sorgenvoll auf die "Oskar-Schindler-Action-Figure"...
Im Netz: http://www.fbw-filmbewertung.com/film/baader_meinhof_komplett
Regie: Jon Frickey/Till Penzek
Go Bash!
Mockumentary (Deutschland, 2010)
14'33''
Preis der deutschen Filmkritik 2011 (Bester Kurzfilm)
CINEGATE Preis der Nordischen Filmtage Lübcek 2011
Deutsche Film- und Medienbewertung Prädikat "wertvoll"
Ja, so stellt man sie sich vor, die Jugend, wenn man erst einmal jenseits der 25 ist: immer mit dem Kopf durch die Wand...einiges an Köpfchen hat auch diese Doku-Fiktion, die mit beängstigend glaubwürdiger Konsequenz der Generation Jackass den Spiegel vorhält...und zugleich die etwas ältere, bildungsgewisse Generation Bausparvertrag in den doppeldeutigen Focus rückt...selten wurde der bedeutungsschwangere und pseudo-wissenschaftliche Betroffenheitsgestus des Boulevardinfotainments treffender durch die Sarkasmusmühle gemangelt, als hier...und wie immer kommt die Öffentlichkeit mit ihrem Interesse viel zu spät...während das Establishment noch rund um den Sinn herum rätselt, reißt die Jugend längst woanders Mauern ein...
Den Verband der deutschen Filmkritiker überzeugte Go bash! vor allem durch "handwerkliche Präzision, genaue Beobachtung einer fiktiven jugendszene und ihrer Darstellung, sowie knalligem Humor."
Im Netz: http://www.gobash.de/
Regie/Buch: Stefan Eckel/Stefan Prehn
Kleingeld
Kurzfilm
(Deutschland, 1998)
15'00''
Studio Hamburg 1999 (Sonderpreis)
19th Academy Student Awards 1999 (Studenten-"Oscar")
Bester europäischer Kurzfilm Bra (Italien) 2000
Acadamy Awards ("Oscar") 2000 "Bester Kurzfilm" (nominiert)
"Never change a running system..." Der zurecht vielfach preisgekörnte Kurzfilm Kleingeld stammt noch aus Zeiten, in denen Geld eine Ware wie Butter war, zu deren Produktion nur heiße Luft und ein paar Finanzexperten mit Augenbinden und Geltungssucht benötigt wurden. Aber auch in den goldenen Zeiten, die jedem Kleinsparer noch millionenschwere Ausschüttungen für den Erwerb usbekischer Telekommunikationsaktien versprachen, hatte die Gesellschaft Ränder...was passiert, wenn Arm und Reich eine fragile Symbiose eingehen, zeigt dieser melancholische unds großartig bebilderte Kurzfilm...Occupy Wall Street preloaded - bereichernd, in der Tat...
Regie/Buch: Mark Andreas Bochert
Im Netz: http://de.wikipedia.org/wiki/Kleingeld_%28Film%29
"Gerne wieder" hieß es im Februar anno 2011, als wir anlässlich der zweiten Ausgabe der DREHMOMENTE das filmische Kleinod "Berlin spricht" des großartigen Berliner MCs und Street Artists Emus Primus kreuzberg und quer über die Leinwand flimmeren ließen...und wir halten gerne Wort. Denn der umtriebige Wortschmied Emus ist wieder offenen Auges durch die kunterbunte Hauptstadt gelaufen und hat aus allen Ecken und Winkeln die Botschaften der Straße zu einer warmen Decke postmodernen Patchworks zusammengeklöppelt, Streetart als Libretto, Berlin als Dschungelcamp...Tags, Aufkleber, Zettelbotschaften, Emus Primus ordnet die Buchstabensuppe der Großstadt auf der Metaebene...erst wenn unermüdliche Fleißarbeit derart drastisch auf poetische Intelligenz trifft, wie hier, wird erkennbar, was der große deutsche Philosoph Nikolaus von Kues meinte, als er sagte, dass "die Wahrheit in den Gassen ruft"...und wem das alles nicht "real" genug klingt, der sperrt jetzt besser Augen und Ohren auf. Word 2012!
Regie/Reime: Emus Primus
Im Netz: http://www.germanrhymes.de/emus-primus/
18-02-12
DREHMOMENTE feiern die großen kleinen Filme im Doppelkegel der BMW WELT- eine Stunde Kurzfilmrolle, eine Nacht Musik...immer genauso verdreht wie der Spielort. Und immer genauso besonders.

