Kurze Filme.
Lange Feiern.
MUNKlive
(Gomma Rec. / München)
Bobble CrüeDJ Set
(Bobble / München)
Jo KrausDJ Set
(Milchbar / München)
Einlass:
20:30 Uhr
Beginn:
21:00 Uhr
Eintritt:
Film+Konzert+Fest 12.- Euro
Nur Konzert+Fest 10.- Euro
FILMPROGRAMM#5 Zum Musikprogramm#5
Beginn: 21:00 Uhr
J'ATTENDRAI LE SUIVANT...
Kurzfilm (Frankreich, 2002)
4'00''
Montreal World FIlm Festival 2002 (Bester Kurzfilm)
Academy Awards ("Oscar") 2002 (Bester Kurzfilm Nominee)
European Film Awards (Bester Kurzfilm)
"Il y a que la vérité qui blesse" - Nur die Wahrheit verletzt...und manchmal sind die angerichteten Schäden irreparabel...die Franzosen, selbsternannte Gralshüter in allen Herzensangelegenheiten, haben ein mitunter etwas verstörendes Verhältnis zur Liebe, zumindest in der Kunst...auch im grausamen Vier-Minüter "J'attendrai le suivant" ("Ich warte auf den Nächsten..") von Philipp Orreindy verursachen die Schmetterlinge im Bauch am Ende schwerste Magenkrämpfe. Böser kann eine "surprise" kaum ausfallen...die todtraurige Parabel über die Ausweglosigkeit der Vereinzelung in einer perfekt inszenierten Welt wurde 2002 für den "Oscar" nominiert.
Im Netz: http://en.wikipedia.org/wiki/J%27Attendrai_Le_Suivant
Regie: Philipp Orreindy
WAGAH
Dokumentarfilm (Deutschland, 2009)
12'00''
Berlin Today Award 2009 (Publikumspreis)
Internationales Kurzfilmfest Hamburg 2009 (Jurypreis)
Es mag wirken wie ein Grenzposten zwischen Absurdistan und Abstrusien - tatsächlich aber wird hier der Personenverkehr zwischen zwei Atommächten geregelt, die sich seit Jahrzehnten argwöhnisch belauern. Bereits vier mal seit seiner Unabhängigkeit im Jahre 1947 lag Indien mit Pakistan im Krieg. Zankapfel ist vor allem die von beiden Seiten vollständig beanspruchte Region Kaschmir, eine geopolitische Schlüsselstelle im Mittleren Osten. Eine Lösung des mal schwelenden, mal brennenden Konflikts zeichnet sich nicht ab...und so bleibt auch die etwa 1000 Kilometer lange Grenze zwischen beiden Staaten nahezu hermetisch abgeriegelt...nahezu. Denn zumindest ein kleines Schlüsselloch gibt den Blick ins Land der Feinde frei. In der indisch-pakistanischen Grenzregion Punjab liegt der Grenzübergang Wagah, der allabendlich Schauplatz einer grotesken Inszenierung wird...denn bevor sich die Tore auf beiden Seiten für die Nacht schließen, kommt es zum pompösen Fahnenappell - unter den Augen von Hunderten von Schaulustigen...die sind allerdings nicht nur da, um die militärische Kraftmeierei zu bewundern, sondern auch, um vielleicht einen Blick auf Freunde und Verwandte auf der Gegenseite zu erhaschen...auch wenn die Stimmung ausgelassen ist wie bei einem Cricket-Spiel - die Karnevalsposse am Nadelöhr zwischen Indien und Pakistan ist todernst...und einmal mehr zeigt sich, dass die große Politik, ganz gleich, wie sehr sie sich in ihrer Selbstdarstellung der Lächerlichkeit preis geben mag, Millionen von Menschen unter ihren Willen zu zwingen vermag...
Für den indischen Journalisten und Filmemacher Supriyo Sen ist der Dauerkonflikt zwischen Indien und Pakistan zu einer Art Lebensthema geworden. Seine Dokumentationen wurden auf zahlreichen internationalen Filmfesten ausgezeichnet.
Regie/Buch: Supriyo Sen
TSUMIKI NO IE (La maison de petits cubes)
Zeichentrickfilm (Japan, 2008)
12'00''
Academy Award ("Oscar") 2009 (Bester Animationsfilm)
Festival International du Film d'Animation d'Annecy (Frankreich) 2009 (Großer Preis der Jury)
Tiefgründiges liegt immer unter der Oberfläche...das zeigt einmal mehr Kunio Katō vielfach preisgekrönte Traumreise eines einsamen gealterten Mannes in einer Welt umgegeben von einem Tränenmeer. Ein stärkeres und weiseres Bild für die Verluste des Alterns ist schwer zu finden: Hier ist jeder neue Lebensabschnitt wie ein neues Heim, aufgebaut auf dem alten...jedoch in zunehmender räumlicher Verengung. Kunio Katō Film ist zarteste Filmpoesie ohne dramaturgische oder technische Spielereien - und auch deshalb ein Meilenstein cineastischer Gegenwartskunst.
Regie/Buch: Kunio Katō
GOODBYE TO THE NORMALS
Kurzfilm
(Großbritannien, 2006)
4'00''
Opalcine, Frankreich 2007 (Publikumspreis)
Internationales Kurzfilmfest Hamburg, Vorfilmtestsieger
"The kid's aren't alright. They know they're born today." In gewisser Weise ein Widerruf, was Robbie Williams in seinem elegischen 2010er-Hit "Burslem Normals" formuliert. Zehn Jahre zuvor noch hatte der mittlerweile etwas entzauberte Konsens-Popper gemeinsam mit seinem weiblichen Pendant Kylie Minogue euphorischen Optimismus durch die Gasse gehauen: "Kids" hieß der Partykracher und enthielt die fast provokante doppeldeutige Parole "The kids are alright". Regisseur Jim Field Smith hat Williams Abgesang auf die Champagnerlaune der Jahrtausendwende zum Subtext einer wunderbaren Tragikkomödie gemacht: der 6-jährige Magnus ist entschlossen, von zuhause fortzulaufen und nach Amerika zu gehen...was die anfänglich selbstsicheren Eltern spielerisch-ironisch aufzufangen versuchen, erweist sich bald als überraschend ernst. So witzig die Erzählweise auch ist - es bleibt ein unangenehmes Gefühl oberhalb der Gürtellinie: Die Kampfzone hat sich längst auch in die letzten Bastion zwischenmenschlicher Verlässlichkeit ausgedehnt, die Dreifaltigkeit von Vater-Mutter-Kind verliert, im reinsten Wortsinne, ihre Glaubwürdigkeit. Großartig ist in diesem sehr britischen Filmwerk auch die schauspielerische Leistung, insbesondere die von Alfie Field, der den kleinen Magnus verkörpert. Ihm gelingt etwas schier Unmögliches: ein altkluges Kind zu verkörpern, das man nicht schon nach kürzester Zeit abgrundtief hasst.
Regie/Buch: Jim Field Smith
LE SILENCE SOUS L'ÉCORCE
Zeichentrickfilm
(Frankreich, 2010)
11'00''
LUCAS Filmfestival, Frankfurt am Main 2010 (Bester animierter Film)
Wahrhaftiger Zauber kann nur entstehen, wenn etwas unausgesprochen bleibt. Joanna Luries Oscar-gelisteter Kurzflim "Die Stille unter der Birkenrinde" ist in diesem (und jedem anderen) Sinne zauberhaft. Der Film über zwei kleine Waldgeister, die eine tiefverschneite Welt entdecken, ist ein lupenreines Bilderrätsel. Melancholisch und berührend wird hier Schönheit als die profundeste aller Wahrheiten vermittelt...und diese Schönheit braucht keine Worte, sie diffundiert einfach durch die Sinnesmembranen direkt ins Herz, mehr geahnt als gewusst. Am Ende ist man verzaubert...ohne erklären zu können, warum...[nbsp]
Im Netz: http://www.joannalurie.com/
Regie/Buch: Joanna Lurie
THE LOST THING
Animationsfilm (Australien, 2010)
16'00''
Academy Awards ("Oscar") 2011
Sydney Film Festival 2011 (Yoram Gross Animation Award)
Eine Begegnung der "dritten Art", fürwahr...im Oscar-prämierten Animationsfilm von Shaun Tan und Andrew Ruhemann stößt ein Junge beim Sammeln von Flaschendeckeln an einem namenlosen Strand auf ein reichlich merkwürdiges Wesen, eine krude Mischung aus Kaffeekanne und Kopffüßler, völlig verloren, wie es scheint. Zwischen dem Menschenkind und dem "Ding" mit der fragwürdigen Daseinsberechtigung entwickelt sich bald eine Freundschaft...doch mit der Kindheit geht auch manches Gefundene wieder verloren...als der Junge im Fernsehen eine Werbung des Federal Department of Odds & Ends sieht, die zur Überstellung verlorener und ungewöhnlicher Gegenstände aufruft, beginnt eine Reise ins Vergessen...
The Lost Thing basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Shaun Tan. Mit Buch und Film ist dem Australier ein eindringlicher Appell an all uns Dauerbeschäftigte und Termingeplagte gelungen, hin und wieder die Augen zu öffnen...und neugierig zu sein.
Im Netz: http://www.shauntan.net/
Regie/Buch: Shaun Tan und Andrew Ruhemann
WIGALD
Kurzfilm (Deutschland, 2006)
11'00''
Max-Ophüls-Preis Saarbrücken 2006 (Wettbewerb)
Filmkunstfest Schwerin 2006 (Bester Kurzfilm)
„This life is just a test! If it wasn't a test we would have been given further instructions on what to do and where to go“.
Das Leben zu verlieren, ist gar nicht so einfach, muss der existenzmüde junge Dichter Wigald feststellen...beklemmend und komisch zugleich ist es, den erfolglosen Suizidversuchen zuzusehen, mit denen der Protagonist, genial-lakonisch verkörpert durch Tom Schilling, vor allem den Zerrüttungen seines Elternhauses zu entfliehen sucht. Familie als Krisengebiet und Folterkammer. Dass Regisseur Timon Modersohn vor seiner Laufbahn als Filmemacher ein Studium der Psychologie absolviert hat, kommt der Tragikomödie deutlich zugute...genauso wie der Soundtrack der Melancholiemaschine Element of Crime.
Im Netz: http://www.arte.tv/de/1637624,CmC=1637622.html
Regie: Timon Modersohn
Buch: Marek Helsner
Musik: Element of Crime
10-09-11
DREHMOMENTE feiern die großen kleinen Filme im Doppelkegel der BMW WELT- eine Stunde Kurzfilmrolle, eine Nacht Musik...immer genauso verdreht wie der Spielort. Und immer genauso besonders.
