Kurze Filme.
Lange Feiern.
featuring:
DJ VADIM
SABIRA JADE
& PUGS ATOMZ
(TOP FRIEND / MÜNCHEN)
(TOP FRIEND / MÜNCHEN)
Einlass:
20.30 Uhr
Beginn:
21:00 Uhr
Eintritt:
Film+Konzert+Fest 12.- Euro
Nur Konzert+Fest 8.- Euro
FILMPROGRAMM#3 >> Zum Musikprogramm#3
Beginn: 21:00 Uhr
OUR WONDERFUL NATURE
Animationsfilm
(Deutschland, 2008)
4’40’’
Studenten-Oscar (nominiert) 2009
"Bester Animationsfilm" (Dok Leipzig) 2008
Deutscher Kurzfilmpreis 2008
Short Tiger ´08 FFA 2008
Bitfilm’08 3D Space Award
OUR WONDERFUL NATURE
Animationsfilm
(Deutschland, 2008)
4’40’’
Die Bob Ross-Idylle am Bachlauf trügt. Auch hier geht es hektisch zu, und zwar so
hektisch, dass erst die Zeitlupenaufnahme zu zeigen vermag, wie wundervoll
unsere Natur tatsächlich ist. Das Liebeswerben der Wasserspitzmäuse ist Regisseur
Tomer Esheds Thema, und das hat es wahrlich in sich…der behäbig-altväterliche
Verklärungs-Duktus der BBC-Naturdokumentationen wird hier so gekonnt angewandt,
dass die plötzliche Entdeckung der Langsamkeit den Zuschauer weniger ins Herz
als viel mehr – Verzeihung, hier passt es zu gut – mitten in die Fresse trifft.
"Our wonderful nature" war Tomer Esheds
Vordiplomsarbeit (!) an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) Potsdam-
Babelsberg, und als solche wurde der genial-krude Mix aus Matrix und David Attenborough
2009 auch für den "Student Academy Award",
den ‚Studenten-Oskar’ nominiert.
Die Jury des Deutschen Kurzfilmpreises beschrieb das Mockumentary so: "Dieser liebevolle kleine Naturfilm hält ohne jeden Zweifel dem Vergleich mit den ganz Großen des Metiers mit Bravour stand! Mit allen Mitteln der Kunst - angefangen bei der nahezu perfekten Animation über die originelle Erzählweise bis hin zur fantastischen Filmmusik, die den Esprit dieses Filmes noch unterstreicht - wird auf die gleichzeitig so komische wie wahre Pointe des Filmes hingearbeitet, und die gilt für den Film wie für die Wasserspitzmaus: So kurz das Vergnügen auch war - es war groß!".
Regie/Animation/Buch: Tomer Eshed
LOGORAMA
Animationsfilm (Frankreich 2009)
16’00’’
Stockholm Filmfestival 2009: Bester
Kurzfilm
Publikumspreis beim
Internationalen Kurzfilmfest Hamburg
82. Academy Awards (Oscars) 2010: Bester animierter Kurzfilm
Die Oscars sind, so machen es uns die Feuilletonisten in jedem Jahr glauben, immer auch ein Spiegel der Zeit. Tatsächlich aber bilden sie im Grunde nur jene raumgreifenden und darum konsensfähigen Allerweltsprobleme ab, die der Empörung im Galakleid als Breitensport nicht im Wege stehen…die kritische Avantgarde jedenfalls wird anderswo gefeiert. So will der intellektuell durchdeklinierte Polit-Cineast erstmal lässig abwinken, wenn ihm gleich zu Beginn des diesjährigen Oscar-Gewinnerfilms die geballte Ladung – sagen wir es doppeldeutig – ‚Brandmarkung’ vor der logo-blinden Netzhaut flimmert. Doch dann beginnt eine derart rasante und furios-kurios inszenierte ‚Tour de Force’ durch eine computergenerierte Naomi Klein-Stadt, dass es nur so kracht, und zwar mit Wirtschaftsmacht. Francois Alaux, Hervé de Crécy, Ludovic Houplain haben keine neue Botschaft, aber die bringen sie dafür gekonnt und mit angemessenem Aberwitz vor. „Die Welt als Wille und Vorstellung“? Stimmt schon so, Herr Schopenhauer: Die ganze Welt will Marke und die Marke will die ganze Welt. Stellen Sie sich das mal vor…
Produziert wurde Logorama von der französischen Agentur H5, die bereits mit Videos für Alex Gopher, Massive Attack, Goldfrapp und Röyksopp auf sich aufmerksam machte.
Ach ja, und Tiere spielen auch eine große Rolle...denn die ahnen das Unheil immer schon voraus...
Regie: Francois Alaux, Hervé de Crécy, Ludovic Houplain
Drehbuch: Francois Alaux, Hervé de Crécy, Ludovic Houplain
Musik: Human Worldwide
Familiengeschichten. Der irische Filmemacher Ken Wardrop hat zwei Hauptthemen, Irland und seine Familie. Mit der Gelassenheit des Inselmenschen erzählt Wardrop die ganz kleinen Geschichten, stoisch-irisch. Man kann das belanglos finden. Oder langweilig. Oder aber zutiefst menschlich.
Im Fünfminüter "Useless Dog" geht es dann auch (in doppelter Hinsicht) schlicht um einen recht unbrauchbaren Hirtenhund, der auf der Farm von Wardrops Bruder Trevor im Grunde nur das tut: nichts. Narkoleptisch und multi-phobisch führt "Guiness" dennoch ein offensichtlich glückliches Leben - ein Film gegen die Leistungsgesellschaft.
Ken Wardrobe ist mit seinen eigentümlich stillen Filmen mittlerweile Dauergast großer Filmfeste wie etwa dem "Sundance Film Festival", Mekka der arthaus-Kinofans...
Im Netz: http://www.arte.tv/de/3502176.html
Buch/Regie: Ken Wardrop
OKTAPODI
Animationsfilm (Frankreich, 2007)
2’27’’
Academy Award ("Oscar") der Kategorie "Bester animierter Kurzfilm" 2009 (nominiert)
Eine waschechte griechische Tragödie bahnt sich an, als zwei schwerstverliebte Kopffüßler jäh und brutal auseinandergerissen werden. Der Held dieser Oscar-nominierten Verfolgungsjagd nimmt alle acht Beine in die Tentakel, um seine Freundin aus den Klauen eines übellaunigen Fischlieferanten zu befreien. Ein meisterhafter Animationsfilm über die Macht der Liebe...davon kann es ja eigentlich gar nicht genug geben.
Regie: Julien Bocabeille, François-Xavier Chanioux, Olivier Delabarre, Thierry Marchand, Quentin Marmier, Emud Mokhberi
Elefantenrunde mit Nashorn: Der grüne Gerold steht auf der Liste der bedrohten Tiere, allerdings weniger bedroht vom Aussterben als vielmehr bedroht vom Ausziehen, denn früher oder später wird jede Wohngemeinschaft zur Vorhölle der Eitelkeiten...Drehbuchautor (u.a. TATORT) und Filmemacher Daniel Nocke, ohnehin ein Meister tierischer Vermenschlichung, bringt hier die Schrecken des berufsjugendlichen Kommunardenlebens so exakt auf den Punkt, dass man kurzzeitig vergisst, dass man da einer reichlich unwahrscheinlichen Lebensgemeinschaft beim Zerbrechen zusieht...diese Tiere gibt es wirklich. Man nennt sie Menschen.
Buch/Regie: Daniel Nocke
Die "Animal Control" ist so etwas wie die amerikanische Tierpolizei, zu deren Aufgaben neben der Jagd auf streunende Hunde und der Regulierung von Zwischenfällen im menschlich-tierischen Miteinander auch die Handhabung von "Road Kill" gehören. Larry ist so ein "Tierkontrolleur" und hauptamtlich damit beschäftigt, Tierkadaver von der Straße zu entfernen - im massenbewegten und Auto-verrückten Amerika nahezu ein Vollzeitjob...da macht es Sinn, Hobby und Beruf auf das Engste zu verknüpfen...und so präpariert Larry seine leblose Kundschaft und fristet sein wenig freudvolles Dasein in stetig wachsender ausgestopfter Gesellschaft...bis er eines Tages einen ganz zähen Hund aufliest...eine gleichsam anrührende wie düstere Geschichte nimmt ihren Lauf, die atmosphärisch viel weniger mit Disneys Kulleraugen-Kitsch als viel mehr mit (stellenweise schwer erträglichen) Folterkeller-Streifen wie "Hostel" und "Saw" zu tun hat. Teils nicht ganz geeignet für die schwächsten Nerven setzt "Animal Control" heute in München seine überaus erfolgreiche Weltreise über einige der renommiertesten Filmfestivals der Welt fort.
Im Netz: http://www.animalcontrolfilm.com/
Regie/Produktion: Kire Paputts
MINUSCULE – Missglückter Beutefang
Animationsfilm (Frankreich, 2009)
05’00’’
Pulcinella Award "Beste TV-Serie für alle Altersgruppen" 2007
Special Prize der Jury auf dem Festival d'animation d'Hiroshima 2008
Das Privatleben der Kleintiere hat sich die großartige französische TV-Serie "Minuscule" (in etwa 'klein', 'winzig') zum Thema gemacht. In insgesamt 78 Episoden schufen Thomas Szabo und Hélène Giraud mal anrührende, mal aufwühlende, immer aber wahnwitziger Geschichten und um alles, was da kreuchen und fleuchen kann. Die Mischung von Naturaufnahmen und 3D-Animationen entfaltet dabei seinen Charme wie ein Schmetterling seine Flügel - immer kurz vor dem Abheben. Zumindest hier gilt dann, dass es auf die Größe eben doch nicht ankommt.
Im Netz: http://www.minuscule.tv/
Buch/Regie: Thomas Szabo / Hélène Giraud
Sie haben es irgendwie mit den Spinnen, die Filmemacher von Down Under. Hat bei der Erstausgabe der "Drehmomente" Nash Edgerton mit seinem fulminanten Kurzfilm "Spider" alle aus den Sitzen springen lassen, sorgt diesmal der Neuseeländer Ellory Elkayem für durchgängige Gänsehaut (was ja gut zu unserem Motto passt). In seinem Film, der im Übrigen als Vorlage für den US-amerikanischen Blockbuster "Arrac Attack/Eight legged Freaks" diente, bezieht die resolute Jo ein neues, ziemlich altes Domizil...und merkt schnell, dass sie sich den Wohnraum mit Mitbewohnern teilt, die ganz sicher Haare im Waschbecken zurücklassen..eine großartige Genre-Adaption, die an Klassiker der B-Movie-Geschichte wie "Tarantula" von 1955 denken lässt.
Regie: Ellory Elkayem
Als den "Citizen Kane der Trickfilme" bezeichnete Regie-Titan Steven Spielberg dieses Kronjuwel in der prallgefüllten Schatzkiste der legendären Doppelreihe "Looney Tunes"/"Merry Melodies", mit der Warner Bros. zwischen 1930 und 1969 lupenreinsten Wahnsinn auf Zellulouid bannen ließ.
Insgesamt
fünf Academy Awards ("Oscar") gingen an die genial-durchgeknallten,
zeitlos lustigen Meisterwerke mit dem legendären Outro "That's all,
folks." Neben Tex Avery und Fritz Freleng war es vor allem Chuck Jones, der stilbildend für die Reihe wurde, zu deren animierten Protagonisten u.a. Bugs Bunny, Schweinchen Dick, Elmer Fudd und Daffy Duck gehörten.
Mit "One froggy evening" setzte Jones in jeder Hinsicht Maßstäbe für die Welt des animierten Films, selten davor und selten danach hat ein Zeichentrickfilm in Timing, Lebendigkeit, Witz und zeichnerischem Stil ein vergleichbares Niveau erreicht. Dass der Film für den "Oscar" nicht einmal nominiert wurde, zeigt, dass die amerikanische Filmakademie alles andere als unfehlbar ist.
In der Geschichte um einen hochbegabten (aber leidlich launischen) Frosch und seinen (am Ende bedauernswerten) Entdecker passt der Name "Looney Tunes" (in etwa "durchgeknalltes Lied") im doppelten Sinne, denn es wird nicht gesprochen, dafür aber umso mehr (und schöner) gesungen...und zwar eigentlich über nichts anderes als die Unberechenbarkeit der Natur...
Drehbuch/Regie: Chuck Jones
26-03-11
DREHMOMENTE feiern die großen kleinen Filme im Doppelkegel der BMW WELT- eine Stunde Kurzfilmrolle, eine Nacht Musik...immer genauso verdreht wie der Spielort. Und immer genauso besonders.

